Wenn der Kollege zu viel Parfüm benutzt

Vom 27.11.2015

Es gibt immer einen Kollegen, der zu viel Parfüm benutzt. Was ist zu tun, wenn es im Büro zu einer olfaktorischen Katastrophe kommt?

Echt dufte: Ein Mann, der Parfüm sparsam benutzt . (Foto: Getty Images)

Echt dufte: Ein Mann, der Parfüm sparsam benutzt . (Foto: Getty Images)

Wenn der Kollege oder die Kollegin jeden Morgen in Parfüm badet, ist das die eine Sache. Wenn es dadurch für einen selbst aber zu einer Duftbelästigung am Arbeitsplatz kommt, wird es unangenehm. Am Anfang kann man da ja noch drüber hinweg riechen, irgendwann aber wird aus zu viel Parfüm eine ausgewachsene Duftkatastrophe, zum Beispiel wenn man mit dem Kollegen in einem Raum sitzt.

Viele werden das kennen: man riecht den Kollegen jeden Morgen schon vor dem Fahrstuhl, obwohl der Herr gar nicht in der Nähe ist. Körperlich jedenfalls. Er sitzt nämlich schon längst im Büro und dennoch steht er dabei trotzdem genau neben einem im Fahrstuhl. Sie wissen schon, was ich meine. Ein schwerer, holzig-süßer Duft mit einem Hauch Klostein-Meeresbrise hängt in der Luft wie Blei, kriecht einem in den Rachen und man bekommt ihn kaum wieder aus der Nase.

Kopfschmerzen können die Folge sein

Wenn man dem Geruch nicht aus dem Weg gehen kann, stellen sich schnell Kopfschmerzen ein. Sitzt der Herr Kollege auch noch im gleichen Büro oder vielleicht nur einen Schreibtisch weiter, hat man ein ernstes Problem. Die Kopfschmerzen werden stärker, man kann sich nicht mehr auf seinen Job konzentrieren und überhaupt hat man das Gefühl, dass es nur noch nach diesem einen Parfüm riecht. Das ist einfach zu viel für die eigene Nase.

Es ist ganz sicher nicht die Absicht des parfümierten Kollegen, sein Umfeld mit seinem Lieblingsduft zu belästigen. Vielmehr möchte er ja eigentlich genau das Gegenteil erreichen, nämlich auf keinen Fall unangenehm riechen. Da unsere Nase ein sensibles und schnell ermüdendes Sinnesorgan ist, nimmt man durch das ständige Riechen des gleichen Duftes diesen schon nach kurzer Zeit einfach nicht mehr war. Dem Kollegen muss es so ergehen, weshalb er sich einfach noch drei, vier weitere Spritzer gönnt.

Also Nase zu und durch!

Aber was tun, wenn der Kollege zu viel Parfüm benutzt und man sich nur noch schwer am Arbeitsplatz konzentrieren kann? Gegen ein olfaktorisches Drama im Job muss dringend etwas getan werden. Kopfschmerzen und dicke Luft – im wahrsten Sinne – sind schließlich kein Zustand, in welchem einem die Aufgaben leicht von der Hand gehen. Also Nase zu und durch!

In so einem Fall sollte man das Gespräch suchen und zwar unter vier Augen. Stellen Sie niemals die betroffene Person vor anderen bloß! Egal ob in der Kaffeepause, beim Mittagessen oder bei einer günstigen Gelegenheit allein im Büro, ein Tête-à-Tête ist die fairste aller Lösungen, denn schließlich ist das ein ziemlich persönliches Thema. Nur wenn man das Thema offen und ehrlich anspricht, kann der Betroffene etwas ändern und man selbst wieder ungestört arbeiten.

Kollektiv in Duftnarkose

Nur wie kann man in Zukunft im Büro für leichtere Luft sorgen? Je sachlicher der Anlass und die Umgebung, desto leichter und unaufdringlicher sollte das Parfüm sein. Schließlich sollte man sein Team oder seine Kollegen nicht im Kollektiv in Duftnarkose legen. Je schwerer und aufdringlicher der Duft, desto wahrscheinlicher ist es, dass sich das Umfeld an ihm stört. Fassen Sie sich ein Herz und machen Sie Schluss im Büro mit der dicken Luft.

Ein Duft benötigt übrigens rund 15 Minuten, um sich richtig entfalten zu können. Also ist Vorsicht geboten mit dem Parfümflakon! Weniger ist eben doch oft viel mehr.